Vergiftungen im Aquarium können im Wasser entstehen durch zum Beispiel ein Zuviel an Abfallstoffen. Auch ist es möglich, dass Gifte durch Leitungswasser zugeführt werden oder durch andere äußere Faktoren ins Wasser gelangen. Im folgenden eine Auflistung der häufigsten Vergiftungen und mögliche Abhilfen.
Nitrit- und Nitrat-Vergiftung
Symptome:
Die Atmung fällt den Fischen schwer. Sie schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft. Die Fische jagen unvermittelt durch das Aquarium und wirken ansonsten apathisch. Es kann zu Todesfällen ohne ersichtlichen Grund kommen.
Ursachen:
Die Abfallprodukte der Fische werden im Wasser abgebaut. Dabei entstehen giftige Stoffe, die die Atmung der Fische erschweren. Problematisch kann dies nur bei Überbesatz oder in neu eingerichteten Becken werden. Hier arbeiten abbauende Bakterien noch nicht schnell genug.
Maßnahmen:
Ein 50prozentiger Wasserwechsel sollte sofort durchgeführt werden. Bei starker Belastung diesen mit etwa 30 % noch mehrere Tage wiederholen.
Ammoniakvergiftung
Aus ungiftigem Ammonium wird ab einem pH-Wert von 7 gefährliches
Ammoniak. Sollte einer der Stoffe bei der Wasserkontrolle nachgewiesen werden, muss sofort ein Wasserwechsel (30 bis 50 %) erfolgen. Der pH-Wert des Leitungswassers sollte vorher bestimmt werden. Ist dieser über 7, so sollte nur wenig Wasser getauscht werden, da sonst die Bildung von Ammoniak unterstützt wird. Die Symptome einer Ammoniakvergiftung sind identisch mit denen der Nitrat- und Nitrit-Vergiftung.
CO2-Vergiftung
Der CO2-Gehalt im Wasser unterliegt einem Kreislauf. Die Fische atmen Sauerstoff ein und CO2 aus. Dieses Kohlendioxid wird von den Pflanzen zur Photosynthese eingesetzt, sie veratmen es quasi. Nachts jedoch benötigen auch Pflanzen Sauerstoff und sondern Kohlendioxid ab. Der CO2-Wert steigt über Nacht also an und ist direkt vor dem Einschalten der Beleuchtung am Höchsten. Dieser Kreislauf wird unterbrochen, wenn CO2-Anlagen eingesetzt werden, um das Pflanzenwachstum zu unterstützen. Diese Anlagen sollten daher nachts ausgeschaltet werden und tagsüber genau kontrolliert werden. Der Kohlendioxidgehalt im Wasser lässt sich über die kh und ph-Werte in einer Tabelle ablesen. Da es sich um eine Schätzung handelt, ist dieser Wert eher ungenau. Er kann auch genau bestimmt werden durch Verwendung eines Tröpfchentests.
Wenn eine CO2-Vergiftung auftritt, muss sofort ein kompletter Wasserwechsel vorgenommen werden. Außerdem sollte eine Luftpumpe installiert werden.
Kupfervergiftung
Kupfer kann nur von außen dem Becken zugeführt werden. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Manche Algenvernichtungsmittel, Dünger und Medikamente enthalten Kupfer. Diese sollten sie vermeiden. Wirbellose und Welse reagieren besonders empfindlich auf Kupfer. Auch über Kupferleitungen oder Durchlauferhitzer im Haus kann Kupfer ins Aquarium gelangen. Das Wasser sollte daher erst einige Minuten laufen, bevor es dem Aquarium zugeführt wird.
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Chlorvergiftungen
Da mithilfe von Chlor Keime abgetötet werden, wird es in einigen Wasserwerken benutzt. Sie erkennen chlorhaltiges Leitungswasser am typischen Schwimmbadgeruch. Da es sich bei Chlor um ein Falschgas handelt, kann es aus dem Wasser gelöst werden, indem ein harter Wasserstrahl eingestellt wird oder ein Brausestrahl benutzt wird. Auch das stehen lassen des Wassers kann Abhilfe schaffen.
Vergiftung mit Schwefelwasserstoff
Schwefelwasserstoff ist ein Gas, welches bei Fäulnisprozessen entsteht. Werden dem Becken zu viele Nahrungsstoffe zugeführt, sinken diese zu Boden und verfaulen dort. Das Wasser beginnt, nach faulen Eiern zu riechen. Die Fäulnisherde müssen im Bodengrund aufgespürt und beseitigt werden. Unter Umständen muss ein kompletter Wechsel des Bodengrunds erfolgen.
Sonstige Vergiftungen
Viele Stoffe können für Vergiftungen im Aquarium sorgen. Lösungsmittel, wie in Farben, Insektenschutzmitteln, etc. sollten nicht in die Nähe von Aquarien gelangen. Zur Reinigung des Beckens darf nur Leitungswasser eingesetzt werden, niemals Spülmittel oder andere haushaltsübliche Reiniger. Auch sollten die zur Reinigung genutzten Eimer, Schwämme und Tücher ausschließlich diesem Zweck dienen, damit sie nicht mit giftigen Stoffen in Berührung kommen.